Sonntag, 28. Juni 2015

JAMMERLAPPEN

Wir hatten sicher alle schon mal eine Phase, in der wir das Gefühl hatten, nicht mehr wirklich wir selbst zu sein. In der wir uns nicht waren, wo wir stehen und vor allem wo wir stehen möchten. Meist mit Begleiterscheinungen wie Unzufriedenheit, Wut, Stress, Motivationslosigkeit und vielen anderen Dingen, die man nicht gebrauchen kann.


Ich hatte zu Beginn diesen Jahres genau so eine Phase. Ich war ständig genervt (am Meisten von mir selbst), schlecht gelaunt, wusste mit meiner Zeit nichts anzufangen, denn gelingen wollte sowieso nix und hatte das Gefühl mehr Pech als andere zu haben (natürlich absoluter Bullshit) und fühlte mich nicht mehr wie ich selbst. Einfacher gesagt: ich war ein Jammerlappen.

Nachdem man das festgestellt hat, stellt sich die Frage: wie werde ich diese komische Person, die wie ein widerlicher Kaugummi am mir klebt, wieder los?
Man hört und liest es überall: Die Einstellung zum Leben. Es kommt drauf an wie wir die Dinge betrachten, ob das Glas halb leer oder halb voll ist... Blabla - das weiß ich alles! Schön gesagt, aber in der Realität ist das meist leider nicht so easy umzusetzen.  Obwohl wir selbst ja so gern anderen Tipps zum Leben geben, zum positiven Denken auffordern und am Ende des Tages selbst wie ein kleiner hässlicher Lappen zu Hause rumhängen. Zusammen macht uns das zu einem großen Club. Wir lassen uns viel zu schnell entmutigen, sind zu kritisch, empfindlich, gemütlich, ängstlich und schlussendlich unzufrieden: Und zack hast du eine Mitgliedschaft! Und ich will nur sehr ungern zum Club der Jammerlappen gehören, aber ist man einmal drin, ist es schwer wieder raus zukommen. Ich habe die AGB´s nur überflogen und einfach irgendwo das Häkchen gesetzt...

Was uns das sagt? Es gibt keine Allzwecklösung! Wir wissen alle, dass positives Denken hilft und wir die Dinge, die wir haben und nicht die, die wir nicht haben sehen müssen. Wir uns nicht mit anderen messen und verdammt nochmal nicht alles so ernst nehmen sollten. Es ist ein aufwendiger Prozess, aber wenn wir dran bleiben, können wir ihn beenden. Und manchmal ist es so verdammt einfach: Fahr ein paar Tage weg, ändere Kleinigkeiten in deinem Alltag, mach einfach irgendwas, wovor du immer Angst hattest oder was überhaupt nicht deiner Person entspricht. Denn genau das ist manchmal der beste Weg, um wieder zu sich selbst zu finden.

Kommentare :

  1. WOW. Das ist so ein toller Text. Ich bin ein Teilzeit-Mitglied, aber wenn man anfängt zu den Club-Treffen zu gehen, dann steckt man ganz schnell wieder im Strudel. Nebenher gebe ich noch jedem meine Freunde, die perfekten Ratschläge während ich sie für mich selbst nie befolgen kann.
    Aber ich denke du hast hier schon einen ziemlich guten Weg aufgewiesen: Einfach mal eine Auszeit nehmen, reflektieren und mit den Kleinigkeiten beginnen. Außerdem habe ich gemerkt, dass es mir hilft wenn ich mit jemandem darüber rede, was mich entmutigt oder verschreckt oder aus der Bahn wirft. Denn dann wird mir oft klar, dass ich an manchen Punkten einfach über reagiere - aber das ist vermutlich normal.

    Wie würde Carrie sagen: "Und alles was wir tun können, ist tief durch atmen und neu booten.” <3

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    1. Vielen lieben Dank! <3 Isso, einfach nicht hingehen! :D Reden hilft mir auch IMMER, um einen Weg zu finden!

      Hach Carrie! :)

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  2. absolut richtig! ich denke, es ist normal und passiert den meisten immer mal wieder, in diese phase reinzurutschen. vielleicht hilft es in letzter konsequnz auch, sich immer mal wieder in frage zu stellen und leichte kurskorrekturen vorzunehmen. wichtig ist nur, dass man nicht in dem loch sitzen bleibt, sondern wege sucht, die einen wieder nach draußen führen.

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    1. Genau! Ich denke auch, dass es ein Teil einer Entwicklung ist, die in vielen Fällen auch absolut notwendig ist. :)

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